Pilgerfahrt nach Prag in der Pfingstwoche

(Pilgergruppe vor dem Kloster Tepla   –   Foto:  Karl Krippner)

Unsere diesjährige Pfarreifahrt ging am Pfingstsonntag nach Prag.  Auf dem Weg dorthin besuchten wir das Egerland. Eine wunderschöne Naturlandschaft mit Wiesen, Teichen und Wäldern. Man bekam ein Gefühl dafür, warum den Heimatvertriebenen aus der Egerländer Gmoi bis heute das Herz blutet, wenn sie an ihre alte Heimat denken.
Unser Reiseziel am ersten Tag war das Kloster Tepla,  früher ein  bedeutendes Prämonstratenserkloster, das unter der kommunistischen Herrschaft sehr gelitten hat.  Beim Spaziergang durch die alte Parkanlage konnten wir uns ein Bild von der ehemaligen Bedeutung dieses Ortes machen.

Am zweiten Tag unserer Pilgerfahrt besuchten wir die Kurorte Marienbad und Karlsbad mit ihren 12 Heilquellen. Hier entfaltet sich immer noch die ganze Habsburger Pracht, so dass man das Gefühl hatte, wie durch eine Filmkulisse zu spazieren. Natürlich tranken wir auch in den Kolonaden die verschiedenen Heilwasser. In Karlsbad schießt das Wasser mit 72° aus der Erde und schmeckt auch ein wenig nach Hölle. Da genießen wir doch lieber die Mineralquellen aus Marienbad! Der Volksmund sagt, die 13. Quelle hieße Becherovka und schmecke besonders gut.
Die bedeutendste Wallfahrtskirche des Egerlandes ist Maria Kulm, dort feierten wir mit unserem Pfarrer Lothar Hartmann eine Maiandacht. Nachdem wir am Dienstag unsere Zimmer im Klosterhotel Tepla geräumt hatten, besichtigten wir noch das Kloster mit seiner bedeutenden Bibliothek. Im Anschluss ging die Fahrt weiter nach Strahov, zur wichtigsten Abtei der Prämonstratenser.  Hier befindet sich seit dem 30-jährigen Krieg der goldene Sarg mit den Reliquien des Ordensgründers Hl. Norbert von Xanten.

In Prag angekommen konnten wir uns auf einem Moldauschiff mit Abendessen und Musik erholen, bevor es am nächsten Tag nach der Stadtführung auf die Prager Burg und in den Veitsdom ging. Die bekannteste Geschichte der Prager Burg ist der Fenstersturz von  1618, der den 30 jährigen Krieg auslöste. Heute hat dort der Staatspräsident seinen Amtssitz.
In Tschechien bezeichnen sich heute 10% der Bevölkerung als praktizierende Christen und über 30% der Bevölkerung stehen der röm.-kath. Kirche nahe. Das zeigt sich besonders bei der Verehrung des Hl. Wenzel und seiner Großmutter der Hl. Ludmilla. Haben die Menschen aus Prag Sorgen,  gehen sie zum wundertätigen Prager Jesulein in der Karmelitenkirche  oder zum Hl. Wenzel in den Veitsdom. Auch der Hl. Johannes Nepomuk war ein Prager und wurde nach seinem Foltertod von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt. Ein weiterer Teil unserer Führung ging  ins jüdische Viertel von Prag. Dort gibt es immer noch vier verschiedene Synagogen mit ganz unterschiedlicher Ausstattung. Auf dem Friedhof stehen unzählige Grabsteine, die vom vergangenen Leben der jüdischen Bevölkerung in Prag erzählen.

Die Rückfahrt führte uns am Freitag noch zur Burg Karlstein und dann weiter nach Pilsen. Im dortigen Brauhaus konnten wir ein letztes Pilsner Urquell genießen – es ist das meistgetrunkene Bier in Tschechien. Bei einem letzten Stadtrundgang stellte uns eine junge Stadtführerin ihre Stadt mit dem zweitgrößten Marktplatz des Landes vor. Die wunderschöne Bartholomäus Kathedrale auf dem Marktplatz wurde  gerade frisch renoviert und wer hätte gedacht, das die zweitgrößte Synagoge Europas in Pilsen steht.

Am Freitag Abend ging unsere Pfarrwallfahrt in Weißenhorn  wieder zu Ende. Wir bedanken uns beim Busunternehmen Dirr für die sichere Fahrt sowie bei  Stadtpfarrer Lothar Hartmann für die Ausarbeitung des Programms, die Reiseleitung und seine geistliche Begleitung.

Für die Pilgergruppe
Barbara Miller